Mittwoch, 25. Januar 2012

Buchvorstellung: Das Dunkle im Herzen" von Andreas Bertits

Ein aktuelles und kontroverses Thema, ist der Stoff aus dem der Plot des Romanes "Das Dunkle im Herzen" von Andreas Bertits gewebt ist - Killerspiele.
Andreas Bertits mag´s dunkel
Der Autor ist Journalist und arbeitet im Bereich Computer/Computerspiele. 
Der Vater von drei Töchtern bekennt:
"Das immer wiederkehrende Thema der angeblich durch „Killerspiele“ ausgelösten Amokläufe hat mich während meiner beruflichen Laufbahn begleitet sowie auch privat beschäftigt und mich dazu gebracht, diesen Roman zu schreiben. Hinzu kommen meine Erfahrungen im Berufsleben, welche mich zur Geschichte von Toms Vater Markus inspiriert haben."
Mittlerweile gibt es Suchtberatungsstellen für Spielsüchtige, Therapien und Rehas. Amokläufe werden immer mal wieder im Zusammenhang mit übermäßigem Spielekonsum gesehen - wobei gleichzeitig Millionen anderer Spieler harmlose Mitmenschen bleiben. Die Angst bei den Eltern sitzt tief - hockt dort vor der Konsole der nächste Amokläufer? Was gefällt meinem Kind überhaupt an diesen Gewaltdarstellungen?  Ist es vielleicht nur ein Mißverständnis, zwischen den Generationen?
Nun sind die Ansichten zu den Auswirkungen von Computerspielen auf die Psyche von Heranwachsenden umstritten - fördern sie nur das, was ohnehin bereits vorhanden ist, wecken sie eine dunkle Neigung, oder lassen Gewaltspiele diese erst entstehen?
Ein bischen was von allem ist wohl wahr und wer sich als Elternteil oder Pädagoge mit den Auswirkungen des heutzutage massiven Computerspielkonsums beobachtet, den wird die Geschichte von Tom und seinem Vater sicherlich intensiv beschäftigen.
Das Buch ist auf Platz 1 der Amazon-Elternratgeber-Charts, also muss Andreas ja "irgendwie" mit seinem Thema einen Treffer gelanded haben!


"Das Dunkle im Herzen" ist erschienen bei Amazon (Link)
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Inhaltsangabe:
Der von Computerspielen begeisterten Abiturient Tom gerät aufgrund von Perspektivlosigkeit, familiären Problemen und Selbstzweifeln in einen Sog aus Depressionen und Gewalt, während sein Vater Markus mit seinen eigenen Dämonen in Beruf und Familie zu kämpfen hat. Beide Geschichten und Schicksale sind eng miteinander verknüpft und erzählen von einem dunklen Fleck im Herzen zweier Menschen. 

Leseprobe:
Die Schüsse dröhnten durch die Wohnung. Tom saß völlig ruhig auf seinem Bürostuhl und starrte teilnahmslos in den Monitor, auf welchem ein futuristischer Soldat Horden an dämonischen Gegnern mit Kettensäge und Schrotflinte auf blutige Art und Weise zurück in die virtuelle Hölle schickte. Plötzlich flimmerte eine Filmsequenz über den Bildschirm. Tom setzte sich aufrecht hin. Der Soldat im Spiel schlich vorsichtig durch eine Kammer, die nur von sporadisch flackerndem Licht erhellt wurde. Aus der Dunkelheit war eine leise Stimme zu hören, die den Namen des Soldaten flüsterte. Die Schatten schienen sich zu bewegen... Aus den Augenwinkeln konnte man eine grausige Kreatur erkennen, die an der Decke entlang krabbelte und dem Spielhelden auflauerte. Ein Grinsen huschte über Toms Gesicht. Er liebte gute Science-Fiction- und Horror-Geschichten, vor allem, wenn er dann noch interaktiv in einem Computerspiel darin mitmischen konnte. Tom nahm nicht wahr, wie die Wohnungstür aufging. Er merkte nicht, wie seine Mutter zusammen mit seiner kleinen Schwester sein Zimmer betrat, doch er hörte ihre Stimme: „Mach das leiser! Da fallen einem ja die Ohren ab und die Nachbarn werden sich wieder beschweren!“
Mit einem Grummeln drehte er am Regler seiner Stereoanlage.
„Warst du mit dem Hund unten?“
Tom drückte eine Taste und stand auf. „Komm, Vader“, rief er und der kleine Yorkshire-Terrier hopste auf ihn zu. An der Haustür wartete er, bis der kleine Hund sein Geschäft im Vorgarten verrichtet hatte und ging wieder nach oben.
„Das hat meine Frage ja nun beantwortet“, Toms Mutter schüttelte den Kopf. Als sie den Kühlschrank öffnete, fiel ihr Blick auf das Essen, das sie dort für ihren Sohn deponiert hatte. „Du hast gar nichts gegessen.“
„Keinen Hunger“, knurrte Tom. „Ich hol mir später was.“
„Wohin gehst du?“
„Weg. Mit Nick und Robb.“ Als seine Mutter nichts erwiderte, hockte er sich erneut an seinen PC, stöpselte Kopfhörer ein und begann wieder damit, Dämonen abzuknallen.

Tom hockte abseits von allen anderen an einem Tisch der Bar Reggie's über einem längst schal gewordenen Bier. „Wenn die Penner nicht kommen und ich den Abend allein mit diesen Affen verbringen muss, reiße ich ihnen am Montag die Eier ab“, dachte er. Sein Blick fiel beinahe beiläufig auf Karla, die an der Bar stand, ihre Hüften im Takt der Musik bewegte und sich mit ihrem Mitschüler Mario unterhielt. Als Tom früher am Abend bemerkte, wie sich der Italiener – wie so oft – an Karla heranmachte, verfinsterte sich seine Stimmung und sein Durst war verflogen. Grundsätzlich hatte er nichts gegen Mario, er war sehr nett, lustig und half ihm oft im Italienisch-Unterricht - auch, wenn er ihn meistens ignorierte, wenn seine Kumpels in der Nähe waren. Aber es hätte ihm irgendwie klar sein müssen, dass ein so hübsches Mädchen wie Karla sich eher für sportliche, coole Südländer interessierte als für einen Außenseiter wie ihn. Die Tür der Bar flog auf und Nick trat gefolgt von Robb herein. Sie sahen Tom, winkten und setzten sich zu ihm.
„Wo wart ihr denn?“
„Nicks Dreckskarre ist nicht angesprungen“, erklärte Robb. „Wir mussten ein Überbrückungskabel besorgen und mein Vater half uns, die Schrottkiste anzulassen.“
„Hey, pass auf, wie du über mein Baby redest!“ fuhr Nick Robb scherzhaft an. Er sah sich um. „Was geht hier?“ fragte er.
„Nicht viel“, grummelte Tom.
„Dann besorg' ich uns mal was zu trinken und die Party kann losgehen!“ Nick stand auf, ging zur Bar und kehrte kurz darauf mit drei Bier zurück. Die drei Freunde stießen an.
„Was hast du morgen vor?“ fragte Robb Tom.
„Ich geh mit einem alten Kumpel ins Rock-O-Drom. Da ist morgen Gothic Night. Und vormittags muss ich arbeiten.“ Tom hoffte, dass wenigstens dieser Abend dann besser verlaufen würde und er sich amüsieren konnte.
„Bäh“, grunzte Nick.
„Passe“, meinte Robb.
„Ihr seid Luschen!“ Tom lachte und die drei stießen erneut an.
„Vergiss aber nicht, wenn du dir morgen die Birne zuschüttest, dass wir am Montag eine Mathe-Arbeit schreiben“, verdarb Robb Tom die Stimmung. Er hasste Mathe, er hasste seinen Mathe-Lehrer und der fühlte inzwischen mit Sicherheit genauso für Tom, so, wie er ihn seit diesem Schuljahr behandelte. Er schüttelte den Gedanken an die Klausur ab und blickte wieder zu Karla. Sie lachte und schaute sogar für einen Moment zu ihm herüber. Sollte er zu ihr gehen? Tom entschied, dass er für diesen Schritt definitiv noch nicht genug Bier getrunken hatte.

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